Philotherapie

Als im antiken Griechenland das Ideal der Eudaimonia geboren wurde, hätte wohl niemand der beteiligten Philosophen geglaubt, dass diese Idee rund 2500 Jahre später nichts an ihrer Bedeutung verloren haben würde. Was vereinfacht formuliert die Lehre vom guten Leben ist, stellt sich heute in ihrer Umsetzung angesichts einer zunehmend virtuellen Welt als schwieriger denn je heraus.

Was genau aber ist die Lehre vom guten Leben?

Ein gutes Leben (Eudaimonia), das man auch das erfüllte oder geglückte Leben nennen könnte, fusst auf der philosophischen Idee, dass erst das Erkennen des eigenen Lebenssinns dem Menschen ein anhaltendes Wohlbefinden ermöglicht. 

Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde"

hat der grosse Existenz Philosoph Karl Jaspers einmal gesagt und damit ausgedrückt, wonach Menschen in ihrem tiefsten Inneren streben. Verständnis

Genau darum geht es in der Philotherapie. Sich selbst und die Welt, in der man lebt, besser zu verstehen.

 

Im Gegensatz zum antiken Konzept der Eudaimonie, das auf den beiden Säulen Gesundheit und Erkenntnis beruhte, bilden in der heutigen Welt die folgenden drei Säulen das Fundament des eudaimonistischen Ideals.

 

 

SINN

 

Was ist der Sinn meines Lebens?

Warum tue ich, was ich tue?
Was bedeutet es für mich?
Was ist meine Vorstellung von einem guten Leben?
Was müsste sich ändern?
Die meisten Menschen stellen sich irgendwann im Leben diese oder ähnliche Fragen. 

Wer des Sinn des eigenen Lebens besser versteht, den kann er  auch in Momenten persönlichen Scheiterns und tiefer Trauer bestärken. 

Es ist dieses Bewusstsein des eigenen Lebenssinns, das als Aufgabe im Mittelpunkt einer jeden Philotherapie steht und dem Klienten eine massgebliche Rolle dabei zuweist, durch seinen Erkenntnisgewinn das eigene Leben als das zu verstehen, was es ist. Ein Glücksfall. 

 

Erkenne dich selbst!
(Sokrates)


KONGRUENZ

 

Geht es dir gut?
Wer diese Frage mit „Ja“ beantwortet, fragt sich vielleicht bisweilen: Warum? Warum sage ich „Ja“, obwohl es mir eigentlich nicht gut geht. Weder in diesem Augenblick noch in der letzten Zeit oder gar in meinem ganzen Leben.
Dieser scheinbare Widerspruch beruht auf einem Prinzip, das wir längst kennen: Sein und Schein sind nicht dasselbe.
Ersetzt man die Begriffe „Sein“ und „Schein“ durch „Innenwelt“ und „Außenwelt“, so wird die Bedeutung der Kongruenz in der Philotherapie deutlich. Je größer die Kongruenz, umso größer das eigene Wohlbefinden.

 

Sag, was du denkst,
und tu, was du sagst.
(Epiktet)


ANPASSUNG

 

Die heute am häufigsten gestellte Diagnose in psychotherapeutischen Praxen ist die „Anpassungsstörung“.
Die Frage ist jedoch nicht, ob man sich im Laufe seines Lebens anpassen muss, sondern vielmehr, wie man dies tut. Der Mensch passt sich der Zivilisation an, so wie das Tier der Natur. Die Herausforderung besteht folglich nicht in der Anpassung an sich, sondern darin, zwischen einer richtigen und einer falschen Anpassung unterscheiden zu können.
Eine richtige Anpassung beginnt mit der Anerkennung der eigenen Lebensgeschichte. Wer sein eigenes Leben besser versteht, ist in der Lage, sich anzupassen, ohne sein inneres Selbst zu verlieren. 

Eine falsche Anpassung hingegen entspringt meist der bewussten oder unbewussten Weigerung, die eigene Lebensgeschichte zu akzeptieren und sich auf eine Weise anzupassen, die das innere Selbst dauerhaft ignoriert.

 

Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel.
(Heraklit)

PHILOTHERAPIE

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