Philotherapie

Als im antiken Griechenland das philosphische Ideal der Eudaimonia geboren wurde, hätte wohl niemand geglaubt, dass diese Idee rund 2500 Jahre später nichts an ihrer Bedeutung verloren haben würde. 

Was vereinfacht formuliert die Lehre vom guten Leben ist, stellt sich heute in ihrer Umsetzung angesichts einer Welt zunehmender sozialer, emotionaler und virtueller Anforderungen als schwieriger denn je heraus. Aus diesem Grund widmet sich die Philotherapie über die individuelle Therapie hinaus auch mit der Rückbesinnung auf die Menschlichkeit eines analogen Lebens. 

 

Das therapeutische Konzept der Philotherapie beruht auf der Annahme, dass der Mensch für einen Grossteil der Einflüsse, die sein Leben geprägt haben, nicht verantwortlich ist. Weder die genetische Disposition noch die Umstände seiner Entwicklung bis ins Erwachsenenalter beruhen auf eigenen Entscheidungen. Vielmehr verhält es sich umgekehrt. Ein Mensch reagiert, bevor er agiert. Er passt sich an, noch bevor er versteht, woran. Daraus folgt, dass wir in der Philotherapie neben der biographischen einen grossen Wert  auf die emotionale Anamnese des Klienten legen und aus ihr ein umfassendes Verständnis des eigenen Lebens entwickeln.

 

Ich bin einmalig. Meine Probleme sind es auch.

 

Ein gutes Leben (Eudaimonia), das man auch das erfüllte oder geglückte Leben nennen könnte, fusst auf dem Erkennen des eigenen Lebenssinns, das dem Menschen ein gesundes Selbstverständnis ermöglicht. 

 

Heimat ist dort, wo ich verstehe und verstanden werde"

 

hat der grosse Existenzphilosoph Karl Jaspers einmal formuliert und damit ausgedrückt, wonach Menschen in ihrem tiefsten Inneren streben. Erkenntnis

Dies ist auf ein Wort reduziert das Ziel der Philotherapie

Sich selbst und die Welt, in der man lebt, besser zu verstehen.

 

Im Gegensatz zum antiken Konzept der Eudaimonia, das auf den beiden Säulen Gesundheit und Erkenntnis basierte, bilden in der heutigen Welt die folgenden drei Säulen das Fundament des eudaimonistischen Ideals.

 

 

SINN

 

Was ist der Sinn meines Lebens?


Die meisten Menschen stellen sich irgendwann im Leben diese oder eine ähnliche Frage. Wer den Sinn des eigenen Lebens besser versteht, den kann er auch in Momenten persönlichen Scheiterns und emotionaler Krisen bestärken. Es ist dieses Bewusstsein des eigenen Lebenssinns, das als Ziel im Mittelpunkt einer jeden Philotherapie steht und dem Klienten eine massgebliche Rolle dabei zuweist, durch seinen Erkenntnisgewinn das eigene Leben als das zu verstehen, was es ist. Ein Glücksfall. 

 

Erkenne dich selbst!
(Sokrates)


KONGRUENZ

 

Geht es dir gut?
Wer diese Frage mit „Ja“ beantwortet, fragt sich vielleicht bisweilen: Warum? Warum sage ich „Ja“, obwohl es mir nicht gut geht. 

Weder in diesem Moment, noch in letzter Zeit, oder gar in Phasen meines Lebens. Dieser scheinbare Widerspruch beruht auf einem Prinzip, das wir längst kennen. Sein und Schein sind nicht dasselbe.
Ersetzt man die Begriffe „Sein“ und „Schein“ durch „Innenwelt“ und „Außenwelt“, so wird die Bedeutung der Kongruenz in der Philotherapie deutlich. Je größer die Kongruenz, umso größer das eigene Wohlbefinden,

das Geist und Körper harmonisiert.

 

Sag, was du denkst,
und tue, was du sagst.
(Epiktet)


ANPASSUNG

 

Die heute am häufigsten gestellte Diagnose in psychotherapeutischen Praxen weltweit ist die „Anpassungsstörung“.
Die Frage ist dabei nicht, ob man sich im Laufe seines Lebens anpassen muss, sondern vielmehr, wie man dies tut. Der Mensch passt sich der Zivilisation an, so wie das Tier der Natur. Die Herausforderung besteht folglich nicht in der Anpassung an sich, sondern darin, zwischen einer richtigen und einer falschen Anpassung unterscheiden zu können.
Eine richtige Anpassung beginnt mit der Anerkennung der eigenen Lebensgeschichte. Wer sein eigenes Leben besser versteht, ist in der Lage, sich anzupassen, ohne sein inneres Selbst zu verlieren. 

Eine falsche Anpassung hingegen entspringt meist der bewussten oder unbewussten Weigerung, die eigene Lebensgeschichte zu akzeptieren und sich auf eine Weise anzupassen, die das innere Selbst dauerhaft ignoriert.

 

Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel.
(Heraklit)

PHILOTHERAPIE

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.